Mit Pech hat diese wundervolle nicht allzuviel zu tun, im Gegenteil. Dennoch heisst sie so, sie erhält Ihren Namen dank der Substantivierung des Adjektivs “piceus”, was “pech-, bzw. harzhaltig” bedeutet. Dieses altbekannte Hausmittel wird insbesondere im Alpenraum schon seit vielen Generationen hergestellt und angewandt. Sie hilft gegen Muskelbeschwerden, Wunden, Gelenkschmerzen, Rheuma, Gicht, Neurodermitis und andere Hautunreinheiten. Ich liebe sie sogar als Handcreme.
Nicht nur die Creme ist zauberhaft, auch die Herstellung. Denn Ihr müsst Euch auf die Suche nach Fichtenharz in die Wälder begeben und das Sammeln an sich ist so meditativ wie Muschel sammeln am Meer.
Neben Fichtenharz kannst Du auch das Harz von Tanne, Lärche oder Kiefer benutzen. Nur Eiben bitte vermeiden, da diese giftig sind.
Wichtigster Punkt - verletze niemals einen Baum!
Das Harz tritt an Ästen oder Baumstämmen aus, wenn Bäume zum Beispiel durch Tiere oder Stürme verletzt wurden. Auch an gefällten Bäumen und Baumstümpfen tritt das Harz aus. Es verschließt die Wunden und schützt so den Baum vor weiteren Schäden und Krankheiten. Die antibakterielle, antifungale und antivirale Wirkung des Harzes verhindert außerdem das Eindringen von Bakterien oder Pilzen. Diese Eigenschaften machen wir uns dann gleich in der Creme zunutze.
Viel Spaß beim Sammeln! Und bitte achtet immer auf die Unversehrtheit der Bäume.

Für die Creme brauchst Du:

80 ml Olivenöl
30 g Harz
10 g Bienenwachs 

Cremetigel
2 Gläser
Nylonstrumpf

Nach dem Sammeln des Harzes, lass ihn ein paar Tage gut austrocknen.
Erwärme das Olivenöl in dem Glas im Wasserbad und bringe darin das Harz zum Schmelzen.
Wichtig- nicht köcheln lassen, sondern nur sanft erwärmen und umrühren.
Spanne den sauberen Nylonstrumpf über das andere Glas und gieße die Olivenöl/ Harz Mischung hinein, um sie von jeglichen Rückständen im Harz zu säubern.
Nun gib das Bienenwachs hinzu und erwärme alles unter Rühren im Wasserbad weiter, bis auch das Wachs geschmolzen ist.
Nun fülle die Mischung in desifizierte Cremetigel, lasse sie abkühlen und beschrifte sie.
Viel Freude damit - der Geruch ist einzigartig!